Anonymes Internetsurfen unmöglich?

Anonymes Internetsurfen funktioniert nur dank unvollständiger Auswertung der an den Webserver übermittelten Daten. Diskussionen über Datenschutz drehen sich derzeit hauptsächlich um die augenscheinlichen Trackingmethoden via IP-Adresse und gesetztem Cookie am lokalen Rechner.

HTTP-Anfrage, Javascript & Flash helfen bei Erkennung

Bei jedem Seitenaufruf stellt der Browser (egal ob Firefox, Internet Explorer oder andere) eine Anfrage an das Ziel und schickt dabei Informationen die für die Übertragung der Daten wichtig sind mit. Detailierte Browsererkennung, akzeptierte Zeichencodes und Sprachen sowie Komprimierungsmethoden schaffen es zusammen mit der IP-Adresse und eventuell vorhandenen Cookies schon ein differenzierteres Ergebnis zu erhalten.

Um die Auswahl zu verfeinern greift man nun zu Informationen welche über Javascript einfachst zu erfragen sind. Bildschirmauflösung oder eingestellte Zeitzonen um nur zwei Beispiele zu nennen können Problemlos via Javascript abgefragt und gespeichert werden. Wem dies noch nicht reicht, der fragt via Flash oder Java-Applet einfach die installierten Systemschriften ab. Sogenannte Supercookies (Cookies die via Flash separat gespeichert werden) krönen das perfekte Datenpaket für die nahezu eindeutige Identifizierung.

Fast 95% der Zugriffe eindeutig identifizierbar

Laut einer Studie (Beitrag zum Thema bei Golem) sind 83,4% der Besucher eindeutig zu erkennen gewesen, sofern Javascript und Flash aktviert bzw. installiert war sind 94,2% der Zugriffe eindeutig identifizierbar gewesen. Weitere 4,8% der insgesamt über 470.000 getesteten Benutzer kamen nur zweifach vor, nur knapp 1% der Besucher gingen in der Menge als nicht eindeutig zuordenbar unter.

Besucherhistory problemlos auslesbar

Auch die besuchten Seiten sind recht einfach abzufragen. Da diese Liste jedoch zugriffsgeschützt ist muss man sich mit einem Trick behelfen. Es genügt jedoch eine Referenzliste an Internetadressen sowie aktiviertes Javascript und schon kann man zumindest via Firefox sehen, ob die Seite besucht wurde (Beispiel). Mit ein wenig mehr Know-How geht es sogar ganz ohne Javascript einfach nur per CSS (siehe Beispiel).

Gläserner Konsument?

Die Beispiele zeigen wie einfach es ist das Verhalten eines Internetsurfers problemlos einem eindeutigen Profil zuzuordnen. Einen Nutzen hat dieses Wissen vor allem für Seitenbetreiber mit Besuchern die immer wieder vorbeischauen (Communities, Newsportalen, Suchmaschinen) da mit diesem Wissen das Klick- und Surfverhalten langfristig zuordnenbar und damit die Werbung leichter personalisierbar auf die Wünsche des Besuchers zugeschnitten werden kann. Dadurch erhöht sich die Klick- und sehr wahrscheinlich auch die Conversationrate.

Autor: Ing. Karl Kowald»Kontakt

Karl Kowald ist Geschäftsführer der Lorem Ipsum Mediengesellschaft m.b.H. und beschäftigt sich seit 2002 mit Webdevelopment und Optimierung von Besucherströmen. Folgen Sie ihm via RSS oder Twitter.

Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder weitergegeben. Notwendige Felder sind markiert *

*

Sie dürfen folgende HTML Tags verwenden:<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>