Virales- und Guerilla-Marketing im Web

19. Oktober 2011
by Mag. Werner Aschenbrenner

    Im Bereich rund um Marketing hat sich in letzter Zeit viel getan. Vor allem Virales-Marketing und Guerilla-Marketing haben sich in letzter Zeit vermehrt durchgesetzt. Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen und was macht sie besonders beliebt im Marketingbereich? Auf dieser Seite sind beide Marketingstrategien angeführt und Sie erhalten genauere Einblicke in diese Marketingformen.

    Was versteht man unter Viralen-Marketing?

    Stellen Sie sich vor, Sie erzählen einem Freund oder Freundin von einem genialen Video. Dieser wiederum wird sich das Video ansehen und erzählt weiteren Personen davon, dadurch entsteht eine virale Verbreitung und das Video erreicht innerhalb kürzester Zeit eine beachtliche Reichweite. Diesen virale Effekt können Sie als Werbetreibender gut für Ihre Zwecke nutzen und hierbei sind wir schon beim Viralen-Marketing.

    Manches ist so lustig dass man es weitererzählen muss.

    Ziel des Viralen-Marketing ist es, Personen in seinen Bann zu ziehen. Im Prinzip funktionieren Menschen relativ einfach, man muss Ihnen nur einen Unterhaltungswert bieten und das Interesse wecken damit Sie den Drang dazu verspüren dies weiteren Personen mitzuteilen. Ein wichtiger Faktor hierbei ist die Freiwilligkeit, die Menschen teilen freiwillig Inhalte, weil sie möchten, dass andere sehen was sie interessiert, deshalb muss dieser Inhalt Emotionen und Interesse der Zielgruppe bzw. Personen wecken. Hat der Werbespot erst einmal das Interesse geweckt und wird im Internet verbreitet, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Werbekampagne ein Erfolg werden wird.

    Spaß ist nicht das Ziel sondern Mittel zum Erfolg

    Virales-Marketing zählt vor allem auf die Empfehlungen von Personen, hierbei ist nicht nur die Mundpropaganda ein wichtiger Faktor sondern auch die Kommunikation über Social-Media-Websites wie Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke.
    Im Internet werden dazu häufig Videos mit lustigen oder interessanten Inhalten verwendet, die einen hohen Unterhaltungswert bieten. Aber Spaß ist nicht das Ziel um eine virale Verbreitung zu erreichen sondern es ist nur ein Mittel zum Erfolg. Ein Beispiel für einen solchen Spot hat Pepsi.

    httpvh://www.youtube.com/watch?v=40DykbPa4Lc
    Dieser Werbespot wurde mittlerweile schon über 29 Millionen aufgerufen.

    Eine weitere erfolgreiche virale Marketingkampagne entwickelte vor 1 Jahr Toyota. Denn was möchte sich eine Familie kaufen? Einen Familienwagen? Neben dieser Tatsache wünscht sich die Familie natürlich auch, dass sie sich in diesem Wagen auch wohl fühlen. Toyota verbindet diese 2 Faktoren in dieser Werbekampagne und lässt die Familie Sienna über die Skills der Familienführung rappen und dass sie sich cool und hip darin fühlen.

    httpvh://www.youtube.com/watch?v=ql-N3F1FhW4
    Werbekampagne von Toyota für den Sienna Minivan
    Dieses Video hat bereits über 9,7 Millionen Klicks verzeichnet.

    Haben virale Online-Games Marketingpotenzial?

    Ein Online-Game kann genauso viral verbreitet werden. Durch Online-Spiele kann man das Interesse Ihres Produkts sowie Ihres Unternehmen wecken. Denn gut konzipierte Online-Games machen Spaß, bekommen hohe Aufmerksamkeit und der Spieler bekommt das Bedürfnis dies gleich seinen Freunden mitzuteilen. Dies erhöht durchaus Ihren Bekanntheitsgrad und die Reichweite des Spiels.

    Das Ziel einer viralen Werbekampagne ist den Spieler freiwillig zu animieren es seinen Freunden und Bekannten weiterzugeben und zu empfehlen. Das Spiel sollte vor allem unterhaltsam und einen Überraschungseffekt beinhalten.

    Eine ideale Platzierung Ihres Online-Games sind Social-Media-Websites, dies bewies auch die Firma Zynga, welche die Online-Games Farmville oder MafiaWars auf Facebook platzierte. Da diese Spiele auf den Profil Einträge hinterlassen und die Spieler Spieleinladungen verschicken können, haben sich diese Spiele innerhalb kürzester Zeit verbreitet.

    Beliebt ist in diesem Zusammenhang mittlerweile die Praxis der In-Game Werbung. Wobei hier der Fokus auf einem unauffälligen Product Placement liegt.

     

    Wie schafft man einen viralen Anreiz?

    Für Virales-Marketing ist eine große Portion Kreativität Voraussetzung. Es sollte genauestens überlegt werden, welche Anreize Sie bei den Nutzern hervorrufen möchten um einen besonders hohen Unterhaltungswert zu schaffen. Der beste Ansatz hierbei ist, dass es um aufmerksamkeitserregende Themen geht bzw. um Einzigartigkeit, die man nicht alle Tage sieht. Wecken Sie vor allem Emotionen und lassen Sie klassische Werbebotschaften aus dem Konzept. Am besten Sie setzen sich mit mehreren kreativen Köpfen zusammen und lassen Ihrer Kreativität freien Lauf. Durch bewährte Methoden wie Brain-Stroming, erzielt man meist die besten Resultate.

    Nachdem Sie eine geniale Idee erzielt haben, geht es an die Umsetzung, dies erfordert meist eine längere Vorbereitungszeit bis alle notwendigen Schritte vollzogen sind wie ein Video zu produzieren oder eine Website zu erstellen, denn ein erfolgreiches Marketingkonzept benötigt auch logischerweise Zeit. Auch wenn viele Kampagnen des Viralen-Marketings spontan und inszeniert wirken, liegt ihnen in der Regel eine umfangreiche Planung zugrunde.

    In der Planungsphase ist auch die Verbreitung ein wichtiges Thema, denn schließlich muss ein virales Marketingkonzept als erstes eine Menschenmenge ansprechen, damit es sich erst verbreiten kann. Diese Phase wird in der Fachsprache auch als Seeding bezeichnet. Man braucht vorher eine Saat bis das überhaupt etwas wachsen kann. Hierfür eignen sich besonders Social-Media-Portale wie Facebook oder Twitter aber auch Blogs eignen sich hierfür.

    Vor allem wenn Sie auf Ihrer Website oder auf Blogs Ihre Inhalte positionieren, sorgen Sie auf alle Fälle dafür, dass die Menschen die Möglichkeit haben diese auch unkompliziert mit den Freunden zu teilen. Binden Sie deshalb, je nach Möglichkeit, einen Gefällt mir-Button in der Website mit ein und erwecken Sie bei den Menschen das Bedürfnis dies mit anderen Menschen zu teilen.  Wenn Sie es schaffen dieses Bedürfnis zu stimulieren, haben Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Kampagne gesetzt.

    Guerilla-Marketing – günstig aber nicht billig

    Guerilla-Marketing kann sowohl online als auch offline betrieben werden. Hinter diesem Begriff versteckt sich eine kostengünstige Marketingstrategie. Die Formen von Guerilla-Marketing umfasst eine breite Palette von Werbeformen. Als einfachste Ausprägung kennt man Guerilla-Marketing in Form von Flyer und Plakaten, die auf der Straße verteilt oder in Städten aufgehängt werden.

    Viele Unternehmen lassen sich kreative Formen von Guerilla-Marketing einfallen, wie die indonesische Agentur Fortune, welche eine Werbung für ein Haarstärkungsmittel entwickelte. Diese stattete Nahverkehrszüge und andere öffentliche Verkehrsmittel mit Haarzöpfen als Haltegriffe aus.

    Künstliche Zöpfe in der U-Bahn / Fortune

    Eine bekannte  und völlig langweilige Form von Guerilla-Marketing sind auch Werbezettel, die auf die Windschutzscheibe von Autos geheftet werden. Hiermit wird mit geringen Aufwand eine hohe Aufmerksamkeit erzielt, denn schließlich muss der Autofahrer den Werbezettel entfernen und kommt somit damit direkt in Berührung. Diese Art von Werbeform ist allerdings nur in wenigen Fällen empfehlenswert, denn solche Werbezettel nerven nicht selten die Personen und werden in den meisten Fällen ignoriert.

    Einige bekannte Firmen starteten eine Reverse Graffiti Kampagne. Hierbei handelt es sich um Graffitis die mit einem Hochdruckreiniger gesprüht werden. Es werden Schablonen verwendet um den Gehweg oder die Wand nur an diesen Stellen zu säubern damit Schriften oder Muster entstehen. Hier ein Beispiel von Starbucks Coffee.

     

    Reverse Grafitti von Starbucks

    Reverse Grafitti von Starbucks

    Guerilla-Marketing auch im Netz?

    Natürlich kann eine Guerilla-Marketing-Kampagne nicht nur offline – in der Öffentlichkeit – sondern auch im Internet betrieben werden. Sicherlich wird Ihre Website auch durch eine offline-Kampagne Profit schöpfen, aber Sie können auch eine online Kampagne im Internet starten. Diese können sowohl in Foren, Community´s oder Social Networks gestartet werden. Hierbei sollten Sie aber nicht zu subversiv wirken, denn dadurch könnten Sie Probleme mit dem Foren- oder Communitybetreiber bekommen und im schlimmsten Fall gelöscht werden. Achten Sie auch vor allem darauf, dass Sie interessant auffallen aber nicht peinlich wirken.

    Sie dürfen hierbei auch nicht mit Ihren Werbebotschaften übertreiben, – denken Sie dabei dass es sich nicht um eine klassische Kampagne handelt sondern um eine Kampagne die Aufmerksamkeit erregen soll und die Werbebotschaft nur der Trittbrettfahrer ist.

    Im Guerilla-Marketing arbeitet man nicht selten mit Videos , diese müssen allerdings immer kurz gehalten werden und basieren auf einem gewissen Aha-Effekt. Ein gutes Beispiel  hierfür wäre die amerikanische Firma Blendec, die einen Küchemixer herstellt.

    httpvh://www.youtube.com/watch?v=lAl28d6tbko
    Blendec iPad

    Ein interessante Form von Ankündigung hatte sich (das nicht existente) Twirlr überlegt. Die Theatergruppe Improve die Urheber der Aktion  stellten auf der Gel Conference 2011 in New York City Twirl mittels eines Gotta Share Musical als das neue soziale Netzwerk vor. – and we gotta share! Hier der Link:

    httpvh://www.youtube.com/watch?v=soAk3F0wX9s#%21
    Twirlr – gotta share!

    Chatroulette auch als Werbung?

    Die meisten werden sich jetzt denken was hat Chatroulette mit Werbung zu tun, aber indirekt könnte ein Chatroulette genauso gut für Werbezwecke eingesetzt werden, indem das Produkt beim zugeteilten Chatpartner zufällig auftaucht. Hierbei könnte man den Hype rund um Chatroulette für eine Werbekampagne nutzen. Unabhängig von jeglicher Werbung ist dieser lustige Videoclip.

    httpvh://www.youtube.com/watch?v=JTwJetox_tU
    Chat Roulette Video

    Rein theoretisch könnte man ein solches Video genauso gut für Werbezwecke einsetzen, indem man ein Produkt einbindet.

    Legitime Methoden mit dem Hang zur Inszenierung (Fazit)

    Heute befinden wir uns in der Situatation, dass sowohl durch virales Marketing als auch durch Guerilla Marketing, neue Methoden zur Wahl stehen, die eine Legitimität haben. Auch unter dem Deckmantel des Spaßes oder der humoristischen Inszenierung steckt ein psychologisch fundiertes Modell dass letztlich die Reichweite des Marketings erhöhen kann und neue Zielgruppen erschließen kann. Speziell vor dem Hintergrund steigender Kosten pro Konversion in klassischen Werbekanälen darf man sowohl das virales Marketing als auch das Guerilla Marketing als willkommene und finanziell reizvolle Alternativen ansehen.

    About

    Werner Aschenbrenner geschäftsführender Gesellschafter der Lorem Ipsum web.solutions GmbH und konzentriert sich in seiner Arbeit auf die Optimierung von Conversion Rates und Usability im E-Business. Folgen Sie ihm via Twitter.