Unter dem Begriff Bounce Rate versteht man eine Absprungrate die jene Besucher einer Website kennzeichnet die nur wenige Sekunden auf der Landingpage verbringen und diese dann wieder verlassen. Je nach Definition können unter dem Begriff Bounce Rate auch andere Kurzkontakte auf einer Homepage erfasst werden.
Definition und Messung der Bounce Rate
Je nach Einzelfall kann eine genaue Definition der seitenspezifischen Bounce Rate angelegt werden die aufgrund unterschiedlicher Strukturen und Zielen individuell ausfallen kann. Wir orientieren uns im Allgemeinen an der gängigen Definition des “kurzen Absprungs” (Verlassen der Seite nach wenigen Sekunden).
Um die Bounce Rate zu messen erfordert dies ein Statistik Tool. Derartige Tools arbeiten entweder über JavaScripts die im Seitenaufbau geladen werden (wie etwa Google Analytics) oder werten die Log-Files aus (wie etwa AW Stats). Je detaillierter die Auswertung der Daten erfolgt desto genauere Aussagen lassen sich über die Bounce Rate treffen.
Bounce Rate bei Landing Pages (SEM / SEO / SEA)
Eine spezielle Bedeutung hat die Bounce Rate bei Landing Pages. Unabhängig davon über welchen Kanal (SEO / SEA) der Zugriff generiert werden konnte, besitzt eine Landig Page immer ein oder mehrere Konvertierungselement (Conversion Element) mit dem der Besucher Interagieren soll.
In diesem Zusammenhang wäre eine Bounce Rate nicht zwingen als “Nichtinteraktion” mit dem Konvertierungselement zu betrachten. Dieser Wert ergibt sich ohnedies hinreichend über die Betrachtung der Page Conversion Rate. (darunter versteht man jene Conversion Rate die auf Einzelseiten Ebene angelegt und untersucht wird.) In einigen Fällen wird die Bounce Rate dennoch als fehlende Interaktion mit dem Konvertierungselmenet betrachtet. (Dies macht etwa Sinn wenn eine mehrschrittige Warekorb-spezifische Bounce Rate betrachtet wird)
Die Bounce Rate bei Landing Pages ist in der Regel der direkte Absprung im Sekundenbereich. Derartige Absprünge haben immer einen Grund der jedoch nur schwer ausgewertet werden kann. Für die Optimierung von Landing Pages ist es absolut relevant die Gründe für eine hohe Bounce Rate zu identifizieren. Einen geringen Anteil an Absprüngen wird jede Landing Page besitzen.
Potentielle Ursachen für eine hohe Bounce Rate
- Falsche Versprechen und wenig zielgerichtete Traffic-Quellen
(Der User findet nicht was er erwartet hat) - Lange Ladezeiten und schlechte Site Performance
(Der User hat nicht die Geduld zu warten) - Überforderung durch Design und fehlende Usability
(Der User kann die Logik der Landing Page nicht verstehen) - Penetrante oder störende Werbung wie z.B. Layer Ads
(Dem User erscheint es zu mühsam die Werbung zu überwinden) - Fehlende Browser Unterstützung (z.B. IE6)
(Der User kann mit seinem Browser keine zumutbare Version der Seite betrachten) - Wenig attraktives Erstblickfeld
(Der User sieht nichts attraktives ohne zu scrollen)
Im speziellen Einzelfall gibt es in der Regel zusätzliche Gründe für eine hohe Bounce Rate.
Reduktion der Bounce Rate und Methodische Ansätze
Um die Bounce Rate zu reduzieren sind mehrere Schritte notwendig die den Einsatz einer analytischen Statistik Software wie etwa Google Analytics voraussetzt.
Woher stammt der Traffic der Bounce Rate? (Statistische Basis)
Als erstes ist die Frage zu stellen, woher der Traffic stammt. Erst wenn klar ist aus welcher Quelle die Besucher stammen die hohe Absprungraten haben kann die Analyse beginnen. Wenn die Daten erhoben werden, ist es Relevant mit der Auswertung umgehen zu können. Nur wer Daten interpretieren kann, kann diese auch nutzen.
Gibt es offensichtliche Fehler?
Hier sind einige Fragen zu stellen. Werden die Werbeversprechen eingehalten? Kann die Seite mit jedem Browser betrachtet werden (Hier gibt es oftmals bereits Hinweise in der Statistik)? Ist die Ladezeit übermäßig lange? Ist Layer basierte Werbung auf der Seite enthalten? Werden relevante Aufmerksamkeitsfänger bereits im ersten Sichtfeld angezeigt? Oft reduziert bereits dieser Schritt die Bounce Rate erheblich.
Fehler Aufdecken mit der Analyse
Hier bieten sich mehrere Methoden an. Designelemente können etwa mit A/B Tests aufgedeckt werden. Für umfangreiche Aufgabenstellungen oder unklare Ursachen bietet sich ein Usability-Test mit echten Probanden oder eine Eyetracking Studie an.